Markenkonzepte für Gastronomie

Die Gastronomie erlebt seit vielen Jahren turbulente Zeiten. Neben strukturellen, gesetzlichen und globalen Faktoren wird der Markt immer mehr durch "Neulinge" beeinflusst und durch die "Industrie". Manchmal meiden sich beide, manchmal bedienen Sie sich. Das ist abhängig von der jeweiligen Ausgangssituation. Im Wesentlichen machen viele das Gleiche, immer aufgeblasenere und überteuerte Konzepte ohne jegliche Innovation (oder jeglichen Humor). Ein Zeichen von Realitätsverweigerung und begrenztem Horizont im Individuellen, sowie der "apokalyptische" Zustand des gesamten Apperates. Getreu dem Motto: "Alberne Ideen, schlecht kopiert."

Im Grunde sollen hier erfahrene sattelfeste Gastronomen angesprochen werden, die die Zeitqualität erkennen und nach neuen Wegen suchen. 

Alles nutzt sich mal ab

Sonst gäbe es keinen Fortschritt und keinen Erfindergeist. Jedoch beschleunigt sich dieser Prozess immer mehr da der Druck des Marktes die Ellenbogen auf den Plan ruft. Gesund ist das nicht. Es bedeutet mehr Energieaufwand für alle Spieler. 

Das Problem Massenware und Trend

Man kann mit Massenware kein Alleinstellungsmerkmal herstellen. Das ist kompletter Unsinn. Hier spielt jedoch dem (Massen)markt die Verkollektivierung der Masse zu. Heißt: Vielen Menschen ist nicht mehr bewusst das sie sich kollektiv einem künstlich erzeugem Trend unterordnen. Man freut sich kollektiv im Szenecafé dass allen die Sorte Sowieso ganz ganz toll gefällt. Na das wird langweilig. Allen gefällt das Gleiche. Was jedoch ein industrielles Massenprodukt ist. 

Was ist ein Trend? Ein Trend ist ein (teuer) erzeugter "Hype" für eine Sache die eine ganz bestimmte Eigenschaft hat: Man muss etwas kaufen. Egal ob es eine Einstellungssache oder etwas Materielles ist, man muss etwas kaufen. Und nun kommt das Kuriose: Das was man da braucht, steht auch schon im Laden bzw beim Onlinehändler. Drei Monate zuvor wurde das Zeug in Fernost hergestellt, sechs Monate vorher in Auftrag gegeben, neun Monate vorher geplant, 12 Monate vorher zur Idee geformt. Ein spontaner Trend eben. 

Kitsch, Kunst und Klarheit

Übereifer trübt den Blick fürs Wesentliche. In Zeiten von Überangebot und inflationärer Konzepte, braucht man wieder Klarheit - Qualitätsprodukte mit Alleinstellungsmerkmalen, effiziente Abläufe und Glaubwürdigkeit. Viel zu oft sieht man jedoch immer mehr ausufernden Kitsch, in der Hoffnung Kunden zu locken. Mehr Kitsch...mehr Kosten...mehr Arbeit...mehr Abfall. Ein bekannter Musikproduzent formulierte es mal so: "Eine Hit-CD könnte man auch in Klopapier einwickeln. Die Leute würden es trotzdem kaufen!".

Die Dinge sind eben irgendwann nicht mehr steigerbar. Das ist reine Physik. "Noch mehr Glück wäre unerträglich." - Ein Satz von Pilot Strahlemann in einer Szene mit seiner Frau aus dem Film "HotShots".